"DU KANNST DICH ZURÜCKHALTEN VON DEN LEIDEN DIESER WELT, DAS IST DIR FREIGESTELLT UND ENTSPRICHT DEINER NATUR,
ABER VIELLEICHT IST GERADE DIESES ZURÜCKHALTEN DAS EINZIGE LEID, DAS DU VERMEIDEN KÖNNTEST."     franz kafka

Wie wird die Borderline-Störung diagnostiziert?

Die Diagnose der Borderline-Störung nach DSM-V erfordert zunächst, dass die allgemeinen Kriterien einer Persönlichkeitsstörung erfüllt sind: Die überdauernden Erlebens- und Verhaltensmuster sollten mehrere Bereiche von Kognition, Affektivität, Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und Impulskontrolle so stark beeinträchtigen, dass weite Bereiche der persönlichen und sozialen Situation beeinträchtigt sind. Zudem sollten diese Muster in klinisch bedeutsamer Weise zu Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen führen.

Neben diesen allgemeinen Kriterien, müssen 5 der neun folgenden Kriterien über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren erfüllt sein (bei jugendlichen Patienten entsprechend kürzer)
 
Affektivität
· unangemessene starke Wut oder Schwierigkeiten, Wut oder Ärger zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernder Ärger, wiederholte Prügeleien)
· affektive Instabilität, die durch eine ausgeprägte Orientierung an der aktuellen Stimmung gekennzeichnet ist
· chronisches Gefühl der Leere
Impulsivität
· Impulsivität in mindestens 2 potenziell selbstschädigenden Bereichen (z. B. Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Fressanfälle)
· wiederkehrende Suiziddrohungen, -andeutungen oder -versuche oder selbstschädigendes Verhalten
Kognition
· vorübergehende stressabhängige paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome
· Identitätsstörungen: eine ausgeprägte Instabilität des Selbstbildes oder des Gefühls für sich selbst
Interpersoneller Bereich
· verzweifeltes Bemühen, reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern
· ein Muster von instabilen und intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen

Für die operationalisierte Diagnostik der BPS gilt derzeit das IPDE (International Personality Disorder Examination) als Instrument der Wahl. Da komorbide Störungen wie Suchterkrankungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder affektive Störungen den Verlauf und die Prognose und damit auch die Therapieplanung erheblich beeinflussen, ist deren vollständige Erfassung mithilfe eines operationalisierenden Instruments (SKID I) dringend anzuraten. Der Schweregrad der Symptomatik kann mit der Borderline-Symptom-Liste (BSL -23) einen störungsspezifischen Selbstrating Instrument erfasst werden.

Praxis Bärbel Jung

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34117 Kassel

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E-Mail: praxis(at)baerbeljung.de

Über mich

Mein Name ist Bärbel Jung, ich lebe und arbeite in Kassel. 

Ich bin Mutter von 5 Kindern und arbeite in meiner freien Praxis als systemische Beraterin, systemischer Elterncoach, familylab-Seminarleiterin, Mediatorin, GFK-Kommunikationstrainerin, Angst-, Stress-Coach.
Ich bin Vorsitzende des BTK e.V. BorderlineTrialog Kassel e.V  und MG der DGPE Deutsche Gesellschaft für Psychoedukation/München